Software Engineering

Was haben Software und Hefeteig gemeinsam? Je mehr Zeit man ihnen für die Entwicklung gibt, desto mehr gehen sie auf. Leider trägt auch dieser - natürlich nicht ganz ernst gemeinte – Vergleich ein Körnchen Wahrheit in sich: Während Hefeteig zum Wachsen nur etwas Wärme benötigt, verschlingt außer Kontrolle geratendes Software Engineering (SE) ungeheure personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen. Und nicht selten stimmt am Ende trotzdem das Ergebnis nicht, weil sich in der Zwischenzeit die Anforderungen oder die Rahmenbedingungen geändert haben. Spätestens dann hört der Spaß aber auf.

Spezifische Anforderungen für Projekte der öffentlichen Hand

Bei der Softwareentwicklung und bei notwendigerweise irgendwann fälligen Migrationsprojekten für die öffentliche Hand steigen die Herausforderungen exponentiell. Denn während es in der Privatwirtschaft noch vergleichsweise einfach ist, zusätzliche Ressourcen bereitzustellen, schreibt der Gesetzgeber das Prozedere für Behörden genau vor.

Externe Aufträge müssen grundsätzlich öffentlich ausgeschrieben werden. Die Leistungsbeschreibung der – teilweise mehrstufigen – Ausschreibung sowie der Kriterienkatalog müssen erstellt, die einzelnen Bewertungen begründet und die letztliche Vergabeentscheidung muss formuliert werden. Und zwar so, dass sie einer potenziellen Überprüfung der Vergabekammer, des Oberlandesgerichts oder gar des Rechnungshofs standhalten. Im schlimmsten Fall wird der Prozess so lange blockiert, dass die von der Verwaltung benötigte Leistung bis zum Ende des jeweiligen Haushaltsjahrs noch gar nicht erbracht werden kann und die dann nicht abgerufenen Mittel schlimmstenfalls wieder verfallen oder eben übertragen werden müssen. Was tun?

Doch die eigentlichen Herausforderungen beginnen erst, wenn das Projekt ins Laufen kommt. Wie sieht die Mitwirkungsleistung des Auftraggebers aus? Ist diese im Pflichtenheft realistisch definiert und monetarisiert? Stellt die Behörde belastbare Testdaten zur Verfügung? Haben deren zuständige Mitarbeiter überhaupt die Freiräume, Ergebnisse zu überprüfen, Funktionen zu testen, Fehler zu reproduzieren und mit dem Dienstleister auch noch auf eine Art zu kommunizieren, dass dieser mit den Informationen etwas anfangen und schlussendlich Vernünftiges zustande bringen kann?

Vielfältige Herausforderungen auch während der Entwicklung

Im Zuge eines jeden größeren Entwicklungsprojekts wird Änderungs- oder Erweiterungsbedarf offenbar, der durch die Leistungsbeschreibung der ursprünglichen Ausschreibung nicht mehr abgedeckt ist. Wer moderiert die teilweise gegensätzlichen Interessen von Auftraggeber und Dienstleister und stellt die Notwendigkeit einer Change Order (CO) fest? Wer formuliert die CO so, dass die Begründung der damit einhergehenden Budgetsteigerung auch für die Genehmigungsinstanzen und Kontrollorgane nachvollziehbar ist? Wie wird die Leistungserweiterung in den ursprünglichen Projektplan integriert?

Das Projekt ist in der Schlussphase angelangt. Zwischen Auftraggeber und Kunde muss ein sauberes Abnahmeprotokoll ausgehandelt werden. Welche Fehler gibt es noch im Produkt und wie gravierend sind diese? Können sie als C-Fehler später beseitigt werden oder verhindern sie als A-Fehler die Abnahme komplett?

Intern wie extern

Mit Ausnahme der öffentlichen Ausschreibung gelten all diese Aspekte ausdrücklich auch für verwaltungsinterne Entwicklungsprojekte, für die Einführung neu entwickelter Software und nicht zuletzt für die Migration eines bestehenden Verfahrens auf eine neue Lösung. Hier für professionelle Projektstrukturen und ‑prozesse zu sorgen, ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, weil der enorme Kostendruck öffentliche Verwaltungen zu effizientestem Ressourceneinsatz zwingt.

Die Herausforderung einer erfolgsorientierten Beratung bei Softwareentwicklungsprojekten der öffentlichen Hand sehen wir von ADVITEC darin, behördliche Entscheidungs- und Finanzierungsstrukturen zu respektieren und gleichzeitig ein Maximum an Prozessen zu integrieren, die den aktuellen Stand von Technik und Methodik widerspiegeln und bestmögliche Ergebnisse in puncto Ressourceneffizienz und Produktqualität ermöglichen. Wir beraten Sie in allen Prozessphasen des Software Engineerings von der Projektentwicklung über das kundenadäquate Vorgehensmodell bis hin zur Produktabnahme.

Beispielreferenz

Externe Begleitung des Projekts "Entwicklung einer Schulverwaltungssoftware"

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Olaf Bechstein

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